CO2 Freifunk(en)

Hallo zusammen,

im Oktober durfte ich einem Gespräch über die Zukunft von Freifunk in Berlin beiwohnen, was zumindest bei mir einen Gedankengang hinter „Was ist eigentlich das Geniale an FF abseits der Technik?“ ausgelöst hat. Die Antwort, bei der ich mittlerweile angekommen bin: komplexe, autarke und dezentrale Infrastruktur.

Mein Unternehmen, die STROMDAO, ist selbst als TK Unternehmen, bei der BNetzA gelistet und wird immer wieder von den Kunden und Medien dazu aufgefordert „irgendwas mit Klimaschutz“ zu demonstrieren. Da unsere Stromkunden, Stadtwerke und Gewerbebetriebe nie ihre Daten und Prozesse wirklich offenlegen wollen, ist eine Idee entstanden, die nun seit einigen Tagen live und in Farbe ist: Wir kompensieren den CO2-Fußabdruck der Freifunk Rhein-Neckar Cloud.

Mein Beitrag hierzu gibt es im blog.stromhaltig. Das eigentliche Display für FFRN auf der Corrently Seite und wer lieber JSON lesen will, der findet die REST Ausgabe via API.

Was aktuell noch fehlt, sind eventuell für den Betrieb notwendige Server, die nicht bei Hetzner stehen, vielleicht können die Admins hier noch einen Wink geben.

Gruß,
Thorsten

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Tag auch,

Also ihr sorg habt schon dafuer gesorgt, dass die notwendigen Baeume gepflanzt werden und finanziert diese auch? Oder habe ich das falsch verstanden?

Wir haben schon dafür gesorgt - und natürlich auch finanziert (also dafür bezahlt).

Aktuell sind 61 Bäumen dafür zuständig die laufende Emission von FFRN zu neutralisieren, es könnte aber sein, dass wir hier etwas reduzieren, da eine große Überkompensation nicht gerne gesehen wird.

Auf unserer Seite war es am wichtigsten, dass wir an einem etwas komplexeren Fall (wie hier gegeben), das System zu dokumentieren und nachvollziehbar zu machen. Gerne beantworte ich Fragen :)

Interessanter Ansatz, ein paar Fragen hab ich dazu.

Kann man herausfinden, wo diese Baeume angepflanzt werden bzw. wo diese bereits stehen?
Edith: schon gefunden: https://www.plant-for-the-planet.org/de/informieren/pflanzgebiet-campeche
Was sind das fuer Baeume?
Welche Zukunft haben diese?
Was kostet Euch so ein „Baum“?
Wieso ist Ueberkompensation nicht gerne gesehen?

Das ist ja eine schöne Sache!

Die 3 Hauptserver des FFRN sind EX41-SSD bei Hetzner. Diese werden bereits zu 100 Prozent mit kohlendioxidfreier und umweltfreundlicher Wasserkraft (Aussage Hetzner) versorgt.
Ansonsten gibt es noch einen VPS M SSD+ bei Contabo. Da sie nicht damit werben wird diese wohl nicht mit besonders sauberem Strom versorgt. Jedoch wird dieser ja wohl kaum „viel“ Strom verbrauchen.

In dem Skript zur Berechnung wäre es übrigens vermutlich besser wenn einfach die Originalen Daten unter https://map.ffrn.de/data/meshviewer.json verwendet würden. Das was unter www.freifunk-rhein-neckar.de/proxy.php angeboten wird ist eigentlich nur für die Karte auf www.freifunk-rhein-neckar.de gedacht (vermutlich eine Same-Origin-Policy Geschichte). Die Daten sind aber identisch. Die proxy.php ruft die Daten auch nur dort ab.

gerade erledigt in diesem Commit für das Script. Die Server ziehen dieses nun automatisch. Was die Contabo VPS angeht werde ich mich mal etwas durch die Seiten wühlen. Hetzner hatte ich die Daten bereits aus eigener Erfahrung :) .

Empfehle als gute Hintergrundinformation die Seiten des ETH Zürich Crowtherlab, welches auch die Pflanzungen von PfTP überwachen. Ansonsten gibt es von den großen Corporates einige Werbevideos, die beim Besuch der Plantagen aufgenommen wurden. Wir selbst konnten als Ökostrom-Startup bislang aber noch keinen Besuch uns leisten - lediglich eine kleine Baumpflanzaktion mit Kindern wurde begleitet.

Die Pflanzungen sind immer so ausgelegt, dass mindestens die versprochene Anzahl überlebt und dauerhaft fortbesteht. Vertraglich gibt es hier nur die Garantie für ein Baumleben mit Anwachsgarantie.

Hängt vom Pflanzgebiet ab. Der Anfangspreis liegt bei 1€/Baum und geht bis über 10€/Baum in Deutschland.

Bei Unternehmen (sie Strom bei Deutsche Bahn oder McDonalds) gilt es als Manko, wenn man seinen eigenen CO2-Footprint nicht ermitteln kann und deshalb in großem Stile einfach mal etwas macht, um sich „green zu washen“.

Koennt ihr das denn?
Muesste man nicht auch noch die Produktion, den Abbau der Rohstoffe usw. usf. mit einberechnen?
So ein Router beinhaltet ja jede Menge Bauteile, die nicht auf den Baeumen wachsen. Fuer einige der Rohstoffe werden Waelder gerodet und ganze Berge versetzt und Landschaften komplett umgeschichtet, da bleibt kein Stein auf dem anderen.
Wenn ihr die Gatewayserver mit einbezieht, was ist dann mit den ISP-Routern? Herstellung?
Strombedarf nicht von dieser Welt, ich sitze auf so einem Haufen, da wird jedes Problem einfach mit Geld beworfen, skalieren heisst „dann stellen wir einfach noch 100 dazu, Klimaanlage muss dann halt auch groesser…“.
Die 5W des Plasterouters ist da noch das kleinste Uebel in der Kette.

Die Antwort lautet hier ganz klar: JA.

Befürchte aber irgendwie, dass wir der einzige Strombieter sind, der sich überhaupt ganzheitlich mit mehr als der Erzeugung beschäftigt, sondern die ganze Logistikkette bis zur Stromnutzung einbezieht.

Da steht auch der Unterschied zur Hardwareproduktion! Wir kümmern uns um die Strecke von Stromerzeugung bis zur Stromnutzung. Mehr wird auch nicht versprochen - das ist aber bereits 100% mehr als bei den ganzen Ökostrom-Discountern, die Umweltschutzorgs im Namen tragen und verheimlichen, dass man heute „Ökostrom“ günstiger bekommt als Kohlestrom.

Hallo @zoernert, schön von Dir zu lesen.
Schönes Engagement und gute Idee.
Wir kennen uns noch aus Zeiten der „Auf einen Kaffee“-Serie.

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Danke für das Kompliment, kann mich auch erinnern, war eine der cooleren Aktionen :)