Freifunk im Nordirak?


#1

Hallo zusammen,

entschuldigt meine lange Untätigkeit, ich bin seit einigen Monaten ziemlich im Berufsstress, aktuell ist nur work eat sleep repeat drinnen.

Ich habe eine Frage in Bezug auf ein anstehendes Projekt (und spare mir einen Kommentar zu den Entwicklungen in Heidelberg, bevor ich wüste Dinge tippe):

mein ehemaliger Pfarrer aus Ladenburg geht seit geraumer Zeit in den Nordirak in ein größeres Flüchtlingslager (ca. 10000 Menschen). Ich habe vor, über Ostern (oder Pfingsten, so sicher ist das bei der aktuellen Lage alles nicht) mitzugehen, da es eine Schule gibt (Klassengröße ca. 60 Kinder, Schule wünschst sich eigenen Angaben zufolge “einen Laptop”).

Habt ihr Ideen, was man da noch an Technik hinbringen könnte? Strom gibt es mehrere Stunden am Tag. Meine Idee war neben mehr Geräten etwas Elektronikbasteleien und eben vielleicht Freifunkrouter? Weil das Mash-Netz könnte man doch verwenden, um sich zumindest im Lager zu unterhalten, oder? War nicht sogar eine Telefonie-Idee mal im Raum? Bzw. für welche Anwendungen hätte ein solches Netzwerk Sinn?

Hier sind einige Experten, vielleicht habt ihr einen ersten Input?

LG, Steffen


#2

Spontane Idee:
https://wiki.freifunk.net/Solar-Router
https://wiki.freifunk.net/Freifunk-MPP-Tracker

und dann eher bei den internationalen Projekten schauen, da gibt es auch Ansätze mit Telefonie.

Edit:
Grundsätzlich ist so ein Netz natürlich auch nutzbar. Man sollte halt noch einen Supernode mit organisieren, der z.B. DNS und DHCP hat.

Geht man davon aus, dass die 10000 Leute Smartphones haben sind sicherlich einige Dienste vorstellbar. Vermutlich wird es ein gewisses Bedürfnis an Informationsverteilung geben. Ich würde daher auf jeden Fall mal ein Wiki mitnehmen. Denkbar wäre natürlcih auch ein Broadcastsystem oder irgendwas in der Art, Instant Messenger mit lokalem Server usw usf. Was konkret tatsächlich Sinn macht wirst Du vermutlich sehen wenn Du vor Ort bist.


#3

Wenn es nur Kurznachrichten sein sollen, könnte man auch mit einem Jabber Server und einem Jitsi Client was machen.


#4

Hi! Das doofe ist, dass ich das wohl erst vor Ort in Erfahrung bringen werde. Hättet ihr Vorschläge für ein “Sofort-Hilfe-Kasten”, also gewisse Hardware, die ich auf jeden Fall mitschleppen sollte, um sie vor Ort direkt hinzubauen? Weil sonst dauert das wieder 3 Monate und bei der aktuellen Sicherheitslage weiß ich nicht, ob ich jemals wieder hinfahren kann :-\


#5

Hey, wollte die ganze Zeit noch was schreiben, hab es dann aber vergessen. Ich denke das wird schwierig. Ich lese regelmäßig die Artikel von den Cisco Leuten die das in solchen Lagern bauen. Mit dem was du da mitbringen kannst, wird es schwer etwas zu erreichen. Leider ist unsere Firmware aktuell auch nicht wirklich gut nutzbar ohne einen Internet Zugang irgendwo in der Nähe. IPv6 ginge zwar, aber es fehlen doch jede Menge essentielle Funktionen ,um es nutzbar zu machen. Ich würde dir daher davon abraten. Pack lieber noch etwas ein, was wirklich und sicher hilft. Aber cool das du da hingehst. Bin gespannt was du erzählst wenn man sich mal wieder sieht.