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Raspberry Pi / Linux und Freifunk

Hallo, ja ich habe die Beiträge zu den Themen gelesen. Jedoch nichts brauchbares gefunden!
Ich habe einen raspberry pi und möchte darauf freifunk betrieben.
Da ich mich mit Linux ganz gut auskenne und schon einige Probleme gelöst habe möchte ich dieses hier auch angehen.
Fragen zur Performance oder sonstiges möchte ich hier nicht diskutieren sondern nur die reine Funktionalität um Verständnis aufbauen.
Ziel ist es auch eine entsprechende Anleitung zu erstellen, denn ich habe bisher nichts brauchbares dazu gefunden.
Am liebsten würde ich mit jemanden sprechen der die Firmware zum Flashen baut, denn der kennt sich wahrscheinlich am meisten aus.
Ich habe grundsätzliche Fragen zu Freifunk welche mir noch nicht ganz klar sind.
Das Gluon ist die Firmware welche auf Router geflasht wird und stellt das mesh bereit über den sich die Router verbinden?
Zur aktuellen Situation.
Einen Router mit dem raspberry pi auszusetzen ist ja einfach. Das habe ich am laufen.
Man kann die Konfiguration Manuel oder mit RaspAP erstellen.
Zu Gloun und raspberry pi respektive Linux finde ich fast nichts im Netz.
Zu mesh und raspberry pi respektive Linux finde ich schon mehr.
Wie sind also die nächsten Schritte?
Mesh installieren aufbauen und konfigurieren damit sich das freifunk Netzwerk aufbauen und verbinden kann?
Wie sieht die mesh Konfiguration aus?
Eine prinzipielle schematisch Zeichnung wäre wünschenswert welche das Freifunk erklärt. Vielleicht gibt es dies auch alles, doch habe ich nichts dazu gefunden.
Irgendwie nicht ganz so transparent wie ich mir dies wünsche.
Ja einen Router besorgen und flashen kann fast jeder und dazu gibt es viele gute Anleitung, doch möchte ich lowlevel arbeiten.
Wer hat effiziente Infos zur Thematik und zur Techhnik.
Bitte beim Thema bleiben.
Danke für die Unterstützung!

Wahrscheinlich ist das Thema einfach noch zu neu und vieles klärt sich mit der Zeit!

Hallo @Tec,

schön das du da Interesse hast. Grundsätzlich haben wir ja Firmware für den Pi 1 und Pi 2.

Firmware für Pi3 und Pi4 fehlt weil diese einerseits halt (wie auch Pi 1 und 2) nicht sonderlich toll für Freifunk sind und andererseits das dort verbaute WLAN schon als AP nicht wirklich gut funktioniert und andererseits Mesh per WLAN überhaupt nicht möglich ist weil der Treiber das nicht kann. Möglich ist es jedoch schon Firmware für die Dinger zu bauen. Gerade mit dem Pi4 gibt es aber meinem letzten Test nach auch noch andere ungelöste Probleme.

Gluon ist das Framework mit welchem wir die Firmware auf Basis von OpenWRT bauen welche auf den Routern läuft.

Die Verbindung per WLAN für das Mesh läuft per 802.11s.
Die Verbindung zu jeweils einem der Gateways bauen die Knoten per fastd über das Internet auf.
Über WLAN, Kabel Verbindungen und auch in Richtung der Gateways wird dann per B.A.T.M.A.N. Advanced gemesht. Als Routing Algorithmus setzten wir auf BATMAN_IV.

Was wir aktuell nicht machen (aber für die Zukunft wohl kommen wird) ist das bei Mesh Verbindungen per Kabel batman-adv nochmal in VXLAN eingepackt wird.

Grundsätzlich kann man seine Knoten auch selbst konfigurieren. Und es ist auch einfach einen Linux Rechner ins Mesh zu hängen:

modprobe batman-adv
ip link add bat0 type batadv       
ip link set up dev bat0
ip link set master bat0 dev enp38s0f1.71

Mittels batctl n kann man dann sehen ob man direkte Mesh Nachbarn sieht. enp38s0f1.71 ist dabei bei mir das VLAN auf welchem die FFRN Router meshen. Das kann aber auch einfach eine Netzwerkschnitstelle sein welche mit einem meshenden Router verbunden sind.

Es ist aber halt schon so das unsere Firmware schon noch ein paar nette Features hat und durchaus eine handvoll Firewallregeln welche groben Mist verhindern. Für den Dauerbetrieb würde ich schon eher zur fertigen Firmware raten. Aber experimentieren kann man da auf jeden Fall mal.

Blockzitat
schön das du da Interesse hast. Grundsätzlich haben wir ja Firmware für den Pi 1 und Pi 2.

Gibt firmware für den pi zero?
Neu ist ja jetzt auch der pi zero 2!..

Blockzitat
und andererseits das dort verbaute WLAN schon als AP nicht wirklich gut funktioniert und andererseits Mesh per WLAN überhaupt nicht möglich ist weil der Treiber das nicht kann

Man kann auch andere wlan Karten mit anderen Treiber per USB anschließen…
Wie gesagt gibt es ja auch den pi zero 2
Und früher hatte ich mal einen ein Disketten Router mit einem 486 am laufen… Es dürfte so ziemlich viel möglich sein…

Das ist alles noch Neuland für mich, werde mich aber einarbeiten.

Meine ich doch und dies sollte doch grundsätzlich mit jedem Rechner gehen…

Da dazu sollten welche packages genau installiert sein?

Hört sich super an!
Wer baut diese?
Und wenn ein pi 1 läuft, sollte sich der pi zero super damit klar kommen…
Der zero 2 hat dann wie der pi einen quad-core Prozessor.

Die pi1 Software sollte im Prinzip auf dem zero laufen, oder?

Ein listing welche Pakete installiert sind und wie diese zu konfigurieren sind gibt es (wo)?
Läuft ja eh alles auf Linux, nicht wahr? Open source ist es auch, soweit ich fürs verstanden habe!..
Ich bin von der freifunk Idee begeistert.
Möchte diesen Ansatz lernen und verbreiten. Doch möchte ich gerne mehr Verständnis aufbauen.

Danke für die Antwort.

AFAICS nicht.

Ja, natürlich kannst Du auf Basis von OpenWrt versuchen, die entsprechenden Änderungen an Gluon vorzunehmen und Dir ggf. eine FFRN-Firmware für einen Pi Zero bauen. Dabei wirst Du aber tiefe Kenntnisse in OpenWrt benötigen — und mangels sonstigem Interesse ziemlich auf Dich allein gestellt sein.

Jein; das Mesh auf Kabelebene („eth0“) ist zwischen zwei Linux-Rechnern relativ simpel — batman-adv von der Funktionalität hingeben sollte man vorher verstanden haben.

Auf Funkebene ist das Protokoll 802.11s für’s Mesh notwendig, und das gleiche oder ein anderes Funkmodul muß dann den AP-Modus unterstützen. Konkret: der Linux-Treiber zur Hardware muß dies jeweils unterstützen.

Derzeit i. d. R. @TomH, weil … hat sich so eingespielt ;)

Dunno, wirst Du in Erfahrung bringen müssen. Generell gilt: eine Freifunk-/Gluon-/FFRN-Firmware läuft einzig auf der benannten Hardware. Aufspielen einer „ähnlichen“ Firmware führt in der Regel zu einem Brick, einem Backstein — oder auf deutsch: einem teuren Türstopper, da das System unrettbar dysfunkional ist.

Ausgehend von unterstützten Pi-Modellen mußt Du nur die Adaptierungen der entsprechend verwendeten OpenWrt-Version für z. B. den Pi Zero als Patches hinzufügen und zusammen mit dem FFRN-Site-Repo (GitHub - Freifunk-Rhein-Neckar/site-ffrn: Gluon site configuration of the FFRN) Deine Firmware bauen.

(Nein, daß ist alles andere als trivial — daher ist es deutlich zielführender, eine schon unterstützte Hardware zu nehmen, damit einen Freifunk-Knoten mit hinterlegtem SSH-Key zu installieren und auf dieser Basis sich mal anzusehen – von der Linux-(busybox-)Shell –, wie so ein Freiunk-Knoten so aufgebaut ist.)

Das Risiko beim Pi ist wohl eher gering. Wenn es nicht funktioniert kann man ja einfach die micro SD rausnehmen und neu formatieren. Allgemein würde ich davon aber ebenfalls dringend abraten und einfach falsche Firmware installieren wird eigentlich immer zu Problemen führen.

Der Pi Zero ist aber halt auch einfach denkbar ungünstig. Kein eingebautes Netzwerk bzw. nur ein unbrauchbares per USB angebundenes Radio und die Performance dürfte auch nicht gut sein. Wichtig ist das alle Netzwerkadapter von Anfang an verbunden sind. Ansonsten werden die nicht konfiguriert.

Per USB verbundene WLAN Karten (z.B. auch die auf dem PI) sind leider meistens nicht wirklich gut. Es gibt ein ganz paar welche nicht ganz furchtbar sind, aber die Unterstützung von 802.11s ist eher eine ziemliche Ausnahme.

OK, dann schiebe ich das ganze mal nach hinten.
Welche Hardware (Router) die Freifunk Firmware unterstützt hat einen USB Port über welchen ich einen LTE Stick anschließen und betrieben kann?
Spannungsversorgung 12Volt oder 5Volt (Netzteil)
Vielleicht komme ich so weiter…

Noch mal zum Verständnis.
Gluon ist ein fertig konfiguriertes openwrt mit den entsprechenden config der community?
Wenn ich also ein openwrt auf dem pi installiere und die Freifunk-Rhein-Neckar config einstelle dann habe ich ein gluon für den raspberry pi gebaut?
Ich verstehe dies noch nicht ganz.

Sieh gluon als ein openwrt-mod. Ein Mix aus Konfiguration und Paketauswahl, sowie ein Satz von Tools und Scripten.

Nein.

Gluon-Versionen bauen auf konkreten OpenWrt-Snapshots auf. Bei der Imageerstellung werden Gluon-Patches eingefügt, Gluon-eigene Pakete sowie das gepatchte OpenWrt für die jeweilige Archtektur gebaut und dies jeweils zu Firmwareimages zusammengefügt.

Du müßtest also die 10-20 Gluon-Pakete für den RPi bauen – oder aus einem binärkompatiblen Image „klauen“ –, diese korrekt in Dein installiertes OpenWrt hinzufügen, dann hättest Du optimalerweise sowas ähliches wie ein Gluon für Deinen RPi. Welches aber Du selbst pflegen mußt, händisch Änderungen in der Netzinfrastruktur selbst in Deiner Konfiguration nachziehen müsstest — und das für ein generell netztechnisch eher untaugliches Gerät.

LTE ist in Gluon nicht unterstützt. Soll heißen: Du kannst einen von der FFRN-Firmware unterstützten Router mit USB nehmen – achte auf möglichst großes Flash, 16 MB oder mehr –, USB-/LTE-OpenWrt-Packages nachinstallieren, LTE-Einwahl-Konfiguration zur OpenWrt-Netzkonfiguration hinzufügen — und bei jedem Firmwareupgrade von vorne beginnen (Deine LTE-Konfiguration wird ggf. gelöscht, die USB-/LTE-Pakete fehlen ggf.).

Kurzum: nimm einen Standard-OpenWrt-Router mit USB-/LTE-Support (z. B. GL-MT300N-V2), nimm das als LTE-Router, hänge das WAN des Freifunk-Routers daran und gut ist. (Oder gleich einen „richtigen“ LTE-Router …)

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